Informationen für Patienten

Die Anmeldung für eine kardiologische Abklärung erfolgt in der Regel durch Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt.

Meist sind es Beschwerden wie Atemnot unter Belastung, Druck auf der Brust, Schwindel oder sogar Bewusstseinsverlust, die eine spezialärztliche Untersuchung notwendig machen. Dabei untersucht und behandelt die Kardiologin respektive der Kardiologe alle Erkrankungen rund ums Herz. 

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Was muss ich zur Untersuchung mitnehmen?
  • Aktuelle Medikamentenliste
  • Blutdruckwerte, falls Sie einen Blutdruckpass führen
  • Schrittmacherausweis bei einer Schrittmacherkontrolle
  • Sportkleidung und Sportschuhe, wenn bei Ihnen ein Belastungstest geplant ist.
Was soll ich machen, wenn ich am vereinbarten Untersuchungstermin kurzfristig verhindert oder verspätet bin?
In diesem Fall bitten wir Sie, mit unserer Anmeldung telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufzunehmen.
Wie muss ich mich für die Untersuchung vorbereiten? Muss ich nüchtern sein, darf ich meine Medikamente weiter einnehmen?
Im Vorfeld der Untersuchung erhalten Sie von uns detaillierte Instruktionen betreffend Untersuchungsvorbereitung. Für die meisten Untersuchungen ist keine besondere Vorbereitung nötig. In der Regel dürfen Sie alle Ihre Medikamente wie gewohnt mit einem Glas stillem Wasser einnehmen.
Wie erfahre ich das Resultat der Untersuchung, und wie kommt der Bericht zu meiner behandelnden Ärztin respektive zu meinem Arzt?
Die Befunde werden mit Ihnen besprochen und ein Bericht direkt Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt übermittelt.
Was ist eine koronare Herzerkrankung?
Die Herzkranzgefässe oder Koronarien sind die Arterien, die das Herz mit Blut und Sauerstoff versorgen, denn obwohl das Herz ununterbrochen das Blut in den Körper pumpt, braucht es auch selbst Gefässe, die den Herzmuskel mit allen notwendigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Sie liegen aussen auf dem Herzen. Durch Ablagerungen von Cholesterin (bei erhöhten Blutfetten) und Risikofaktoren wie Diabetes, erhöhter Blutdruck, Rauchen aber auch wenn direkte Angehörige (Eltern, Geschwister) betroffen sind, kann es zu krankhaften Veränderungen der Gefässe kommen. Dabei führen die Ablagerungen von Kalk und Fett (Plaque) zu einer Verengung der Gefässe. In Folge dessen kommt es unter Belastung zu einem Sauerstoffmangel und damit zu den typischen Beschwerden wie eine Angina pectoris, also einem Engegefühl im Brustbereich. Verschliesst sich ein Gefäss akut zum Beispiel durch ein Blutgerinnsel, spricht man von einem Herzinfarkt, Muskelgewebe des Herzens stirbt ab und es kann sich eine Narbe im Herzen oder eine Herzschwäche bilden.

Koronare Herzerkrankung: Verengung der Gefässe
Koronare Herzerkrankung: Verengung eines Gefässes

Die Therapie umfasst eine Einstellung der Risikofaktoren (Rauchstopp, regelmässige Bewegung, gesunde Lebensweise) und eine medikamentöse Behandlung zur Einstellung eines Bluthochdrucks oder Diabetes.

Manchmal ist aber auch eine Stent-Einlage notwendig. Dabei wird das kranke Gefäss mit einem Ballon-Katheter gedehnt und ein feines medikamentenbeschichtetes Metallgitter Bereich der Engstelle platziert.

Stent-Einlage in Herzgefäss

Stent-Einlage in Herzgefäss

Was versteht man unter Vorhofflimmern und wieso ist das gefährlich?
Das Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Je älter wir werden, desto mehr steigt das Risiko Vorhofflimmern zu bekommen.

Vor allem Risikofaktoren wie hoher Blutdruck, Übergewicht, ein Schlafapnoe-Syndrom (Atemaussetzer in der Nacht), Herzklappenprobleme, aber auch starker Alkoholkonsum können zu Vorhofflimmern führen. Dabei schlägt das Herz "nicht mehr im Takt", sondern es kommt zu einem sehr unregelmässigen Herzschlag, der meist auch sehr schnell ist.

Herzrhythmusstörung: Vorhofflimmern

Vorhofflimmern im linken Herz-Vorhof

Durch die Unregelmässigkeit und zu schnelle Herzfrequenz wir das Herz ineffektiv und es können Beschwerden wie Leistungsminderung, Atemnot, Herzklopfen, ein inneres Unruhegefühl oder Angstgefühl auftreten. Manchmal ist das Vorhofflimmern langsam oder es treten Pausen auf, wenn der Herzrhythmus vom Vorhofflimmern wieder in einen normalen Rhythmus umspringt (paroxysmales Vorhofflimmern mit Konversionspausen).

Mit dem Vorhofflimmern und weiteren Risikofaktoren steigt das Risiko für einen Schlaganfall, somit ist eine Abklärung des individuellen Risikos nötig und meist auch der Beginn einer Blutverdünnung um zu verhindern, dass sich ein Blutgerinnsel im Herzen (meist in der linken Vorkammer) bildet. Wird ein solches Gerinnsel vom Blutfluss bis in ein Hirngefäss mitgespült, kann es einen Schlaganfall auslösen.

Das Vorhofflimmern wird in der Regel mit einer Einstellung der Risikofaktoren, Medikamenten oder auch kathetertechnisch behandelt, wie zum Beispiel eine Pulmonalvenenisolation. Dabei werden bestimmte Bereiche in der linken Vorkammer verödet.

Sollte das Vorhofflimmern nicht von alleine umspringen, kann durch eine Elektrokonversion (geordneter Stromstoss über den Brustkorb) in kurzer Narkose der Herzrhythmus wiederhergestellt werden. Dies erfolgt im Spital.

Was sind Herzrhythmusstörungen?
Neben dem Vorhofflimmern gibt es noch weitere Herzrhythmusstörungen, die zu einem zu schnellen oder auch zu langsamem Herzschlag führen können. Meist verspürt der Patient dabei ein Herzrasen mit Klopfen des Herzschlags im Hals, welches plötzlich auftritt und abrupt wieder endet, Schwindel und manchmal sogar Bewusstseinsverlust. Um abzuklären was genau vorliegt, braucht es ein Langzeit-EKG. Wenn die Beschwerden nur selten auftreten, ist meist eine Wiederholung der Untersuchung oder die Implantation eines Reveal-Recorders nötig. Dabei wird ein kleines elektronisches Gerät auf Herzhöhe unter die Haut eingepflanzt. Diese Geräte können den Herzrhythmus bis zu drei Jahre überwachen.

Zeigt sich ein zu langsamer Herzschlag oder Pausen, die zu Beschwerden führen (Bewusstseinsverlust oder drohender Bewusstseinsverlust), kann die Einpflanzung eines Herzschrittmachers notwendig sein. Dabei kontrolliert der Herzschrittmacher die Eigenaktion des Herzens und gibt einen kleinen nicht spürbaren Stromimpuls zur Stimulation ab.

Herzschrittmacher
Ein Herzschrittmacher funktioniert wie ein Taktgeber für den Herzrhytmus.

Wie kann es zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kommen und wie wird diese behandelt?
Unterschiedliche Ursachen können zu einer Herzschwäche führen. Oftmals entsteht eine Herzinsuffizienz nach einem Herzinfarkt, aber auch nach einer Herzmuskelentzündung, nach einer Chemotherapie, bei einer Herzklappenproblematik oder bei seltenen Erkrankungen. Dabei ist das Herz nicht mehr in der Lage ausreichend Blut in den Körper zu pumpen. Ein gesundes Herz schlägt im Normalfall um die 100'000 Mal pro Tag und pumpt dabei 7000 Liter durch den Körper.

Kommt es zu einer Herzschwäche, so geht dies oft mit Atemnot und verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit, Atemnot in der Nacht und geschwollenen Knöcheln einher. Durch einen Rückstau des Blutes in den Verdauungsorganen kann es auch zu Appetitlosigkeit kommen. Oft liegen zudem eine Verschlechterung der Nierenfunktion und eine vermehrte Müdigkeit vor.

Die Therapie der Herzinsuffizienz richtet sich nach der Ursache, grundsätzlich sind in der Regel Medikamente notwendig um das Herz zu unterstützen. Unter bestimmten Umständen kann ein spezieller Herzschrittmacher (CRT) hilfreich sein. Die Betreuung von Patienten mit einer Herzschwäche bedarf einer guten Zusammenarbeit zwischen Hausarzt, Spital und Spezialisten.

CRT-Herzschrittmacher (Resynchronisationstherapie)

Ein CRT-Schrittmacher (Resynchronisationstherapie) verbessert die Zusammenarbeit (Synchronie) der linken und rechten unteren Herzkammern. Im Gegensatz zu einem einfachen Herzschrittmacher hat ein CRT-Schrittmacher nicht zwei Elektroden, sondern drei.

Was sind Herzklappenerkrankungen und wie können diese erkannt werden?
Das Herz hat vier Herzklappen, die die Funktion von Ventilen haben. Sie leiten das Blut in eine Richtung, respektive verhindern, dass es "zurückläuft". Dabei pumpt die rechte Seite des Herzens das Blut in die Lunge (Lungenkreislauf), wo es mit Sauerstoff angereichert wird (Gasaustausch). Danach gelangt es auf die linke Seite des Herzens, erst in die linke Vorkammer, dann über die Mitralklappe in die linke Hauptkammer. Von hier pumpt das Herz das Blut über die Aortenklappe in den grossen Körperkreislauf. Werden die Herzklappen zu eng (zum Beispiel eine Aortenstenose) oder undicht (zum Beispiel eine Mitralinsuffizienz) ist dieser Vorgang beeinträchtigt.

Herzklappen-Verengung-Aortenstenose
Die Aortenstenose ist eine Verengung der Herzklappen.

Ursachen von Herzklappenerkrankungen sind Faktoren wie ein Herzinfarkt, langjähriger hoher Blutdruck aber auch altersbedingte degenerative Veränderungen und Verkalkungen.

Meistens fällt bei der Untersuchung durch die Hausärztin oder den Hausarzt ein Herzgeräusch auf, was zu einer Überweisung zum Spezialisten führt. Mittels der Echokardiografie überprüft die Kardiologin respektive der Kardiologe dann, ob eine Herzklappenerkrankung vorliegt und bestimmt deren Ausmass.

Stellt sich eine schwere Herzklappenerkrankung ein, die auch von Symptomen begleitet ist (Atemnot, verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, Herzschwäche) muss unter Umständen eine Herzklappenoperation erfolgen. Je nach notwendiger Operation kann diese auch minimalinvasiv – das heisst ohne dass der Brustkorb chirurgisch geöffnet wird – erfolgen. Zu diesen Verfahren, zählen zum Beispiel die Transkatheter Aortenklappen-Implantation (TAVI), der Aortenklappenersatz über die Leistenarterie oder das Einsetzten eines Mitral-Clips bei Mitralklappeninsuffizienz.

Herz: Chirurgischer AortenklappenersatzHerz: Katheterbasierter Aortenklappenersatz
Je nach Umständen erfolgt der Ersatz einer Herklappe chirurgisch (erstes Bild) oder minimalinvasiv – ohne den Brustkorb zu öffnen – mittels Katheter (zweites Bild).

Nach einer Herzklappenoperation ist eine regelmässige kardiologische Verlaufskontrolle nötig, bei der in der Regel eine Echokardiografie durchgeführt wird.

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